Koliker und Intensivmedizin

Die Tierklinik Maischeiderland ist mit hohem Standard für Kolik- und Intensivmedizin ausgestattet. Mit Intensivboxen, 24 Stunden Überwachung und Klinik-eigenem Labor bieten wir alles, was für Kolikpatienten und andere schwerkranke und Notfall-Patienten benötigt wird. Es steht auch rund um die Uhr ein Tierärzteteam für Kolikoperationen bereit.

Intensivboxen und Labor

Für Intensivpatienten haben wir drei Boxen, die direkt neben den Behandlungsräumen angeordnet sind, so dass wir kritische Patienten, wie z.B. Koliker, immer im Blick haben können. Die Boxen sind mit speziellen Comfortstall®-Böden ausgestattet, sind also rutschfest und gut gepolstert, damit die Pferde sich nicht verletzen und besonders gelenkschonend stehen bzw. weich liegen können. In diesen Boxen haben wir zudem Aufhängungen für Infusionen, und Tag und Nacht ist eine Tierärztliche Fachangestellte vor Ort, um die Pferde zu überwachen und nötigenfalls einen Tierarzt/einer Tierärztin hinzuzurufen.

Unser Labor ist hochmodern ausgestattet mit den neuesten Geräten für Blutuntersuchungen (Hämatologie, Blutchemie, Blutgase, SAA). So können wir bei Notfällen den Zustand der Patienten umgehend genauer erfassen, Diagnosen eingrenzen und bei der Infusionstherapie immer den aktuellen Status prüfen und gegebenenfalls die Infusionsmenge und Zugabe von Elektrolyten anpassen.

Kolikoperation

Einer der gefürchtetsten Notfälle ist die Kolik. Manchmal wird schon bei der Erstuntersuchung durch den Tierarzt im Stall klar, dass das Pferd eine Kolikoperation benötigt, z.B. wenn eine Darmverschlingung festgestellt wird. Dann sollte keine Zeit verloren werden. Wir stehen rund um die Uhr für alle Arten von Notfällen zur Verfügung, auch für Kolikoperationen. Kommt ein Kolikpatient zu uns, wird durch eine schnelle, aber ausführliche Untersuchung möglichst genau festgestellt, was für eine Art der Kolik vorliegt, ob eine Operation wirklich unumgänglich ist, und wie die Chancen für eine Genesung stehen. Ist eine Kolikoperation nötig, wird diese von unserem Team umgehend eingeleitet.

Dafür muss das Pferd in Vollnarkose und bekommt einen Bauchschnitt. Der Chirurg/die Chirurgin hebt den betroffenen Darm aus dem Bauch heraus und entscheidet, ob nur eine Rückverlagerung in die korrekte Position notwendig ist, oder ob gegebenenfalls der Darm eröffnet und entleert werden muss (Enterotomie), oder ob sogar ein Teil des Darms entfernt werden muss (sogenannte Resektion, häufiger bei einem Dünndarmverschluss notwendig). Auch während der Operation kann noch einmal Rücksprache bezüglich der Prognose gehalten werden.

Konservative Kolikbehandlung

Einer der gefürchtetsten Notfälle ist die Kolik. Manchmal kann bei der Erstuntersuchung durch den Tierarzt im Stall noch nicht sicher gesagt werden, ob das Pferd sich schnell erholen wird, oder ob sich die Kolik vielleicht noch dahingehend entwickelt, dass das Pferd eine Kolikoperation benötigen wird. Oder der Tierarzt stellt eine Form der Kolik fest, die besser mit Dauertropfinfusionen und Intensivüberwachung behandelt wird. In diesen Fällen bietet es sich an, das Pferd zur Kolikbehandlung und Überwachung in die Klinik zu bringen. Hier können wir das Pferd mit Infusionen und Elektrolyten versorgen, es gegebenenfalls bewegen oder laxieren, und vor allem regelmäßig kontrollieren. Sollte die Kolik sich dahingehend entwickeln, dass das Pferd doch eine Kolikoperation benötigt, können wir schnell reagieren und nach Rücksprache mit den Besitzern eine Kolikoperation einleiten.

Kolitis/Durchfall

Durchfall beim Pferd kann viele Ursachen haben und sollte nicht unterschätzt werden. Bekommt ein Pferd starken, wässrigen Durchfall, kann es schnell dehydrieren und Elektrolytverlust erleiden. Es gibt sogar schwere Durchfälle („Kolitis“), die zum Tod führen können, wenn z.B. darmpathogene Bakterien wie Clostridien oder Salmonellen den Durchfall auslösen. Daher kann es lebenswichtig für ein betroffenes Pferd werden, große Mengen an Infusionen (bis zu über 100 Liter pro Tag) und eventuell auch spezielle Antibiotika zu bekommen, was im Heimatstall nicht zu leisten ist. Wir verfügen neben dem erforderlichen Personal für Intensivbetreuung auch über die nötigen Laborgeräte, um den Säure-Basen- und Elektrolythaushalt zu kontrollieren und die Infusionstherapie nach Bedarf zu gestalten.

Nierenversagen

Wenn ein Pferd das Fressen einstellt, muss es nicht unbedingt ein Magenproblem oder eine Kolik haben. Inappetenz ist das häufigste Symptom bei Nierenversagen, und wenn bei einem Pferd, dass nicht mehr fressen möchte, vom Tierarzt noch erhöhte Nierenwerte festgestellt werden, dann sollte das Pferd schleunigst zur Infusionstherapie in die Klinik, denn die Infusionsmengen, die benötigt werden, um die harnpflichtigen Stoffe aus dem Körper zu „schwemmen“, liegen bei einem 400kg-Pferd schon bei 30 Liter pro Tag, was im Heimatstall kaum zu bewältigen ist. Wir verfügen neben dem erforderlichen Personal für Intensivbetreuung auch über die nötigen Laborgeräte, um die Nierenwerte und den Elektrolythaushalt während der Infusionstherapie zu kontrollieren und diese so nach Bedarf zu gestalten.