Chirurgie

Unter der Leitung von Dr. Matthias Rettig, Fachtierarzt für Pferde und Pferdechirurgie, führt die Tierklinik Maischeiderland eine Vielzahl unterschiedlicher Operationen durch; von Routineeingriffen wie Kastrationen oder Entfernungen von Gelenkchips bis hin zur Notfallchirurgie mit Kolik-Operationen, komplizierten Verletzungen und vielem mehr. Hierfür wurde ein großer Operationssaal mit Ablege- und Aufwachbox eingerichtet und mit modernstem Equipment ausgestattet.

Arthroskopie (Gelenksoperation)

Die Arthroskopie (Gelenk), Tendovaginoskopie (Sehnenscheide) oder Bursoskopie (Schleimbeutel) stellt eine minimalinvasive Operationstechnik dar. Mittels kleiner Kameraoptik und entsprechendem Equipment können wir das Innere eines Gelenks oder einer Sehnenscheide untersuchen und freie Fragmente (Chips) aus den Gelenken entfernen, Knorpel-, Sehnen- bzw. Meniskus-Schäden beurteilen und glätten sowie das Fesselringband unter Sichtkontrolle durchtrennen. Die minimalinvasive Operationstechnik hinterlässt sehr kleine Operationswunden, was die Heilung deutlich verbessert.

Kastration

Die Kastration stellt die häufigste Operation beim Pferd dar. In der Klinik haben wir die Möglichkeit, diese Operation unter sterilen Bedingungen und einer balancierten Narkose im Operationssaal durchzuführen. Gerne beraten wir sie bzgl. einer Kastration im heimischen Stall und der deutlich aufwendigeren Operation auf dem OP-Tisch. Gerade bei älteren Hengsten wird die Operationsmethode in der Klinik oft gewählt, um das Risiko von Zwischenfällen zu minimieren und die Operationswunden im Anschluss an den Eingriff zu verschließen – diese Form des primären Wundverschlusses ist nur in der Klinik möglich, trägt jedoch zu einer deutlich schnelleren Heilung bei.

Verletzungen

Verletzungen kommen bei Pferden, gerade in der Herde, regelmäßig vor. Oft sind es nur kleine Verletzungen, die vor Ort behandelt werden können, jedoch sind nicht selten auch schwerwiegende Verletzungen beim Pferd zu beobachten. Verletzungen in der Nähe von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln können durch die Gefahr einer Infektion schnell lebensbedrohlich werden.

Die richtige Einschätzung solcher Verletzungen gleich zu Beginn ist nicht selten ausschlaggebend für den weiteren Verlauf.

In der Tierklinik Maischeiderland haben wir die notwendigen diagnostischen Möglichkeiten, diese Verletzungen eingehend zu untersuchen und sofort die erforderlichen Schritte einzuleiten.

Griffelbein – OP

Ein Griffelbein-Bruch ist eine recht häufig vorkommende Verletzung beim Pferd. Aufgrund der schmalen Struktur des Knochens (vgl. wie ein Griffel in der Schule) ist ein Bruch beim Anschlagen an einen festen Gegenstand oder einen Tritt durch ein anderes Pferd recht schnell passiert. Einige Griffelbein-Brüche können von alleine ausheilen und bereiten keine weiteren Probleme. Kommt es allerdings zu einer Verschiebung der Fragmente oder einer deutlichen Knochenreaktion (Kallus), so ist eine operative Entfernung notwendig. Knöcherne Zubildungen, die in Richtung Fesselträger und Beugesehnenpaket reichen, führen nicht selten zu teils schweren Verletzungen der Sehnen und Bänder durch ein permanentes Reiben und eine Irritation.

Kolikchirurgie

Wenn die konservative Therapie (Infusionen, Medikamente) nicht mehr hilft, da es sich um eine schwerwiegende Kolik handelt, ist die Operation der letzte Ausweg, um das Pferd zu retten. In unserer Klinik sind wir auch auf solche Fälle vorbereitet, um den Pferden schnell helfen zu können. Oftmals ist die Zeit ein entscheidender Faktor bei der Behandlung eines Kolikers – kommt es erst einmal zur schweren Schädigung oder gar zum Absterben von Darmteilen, so sinkt die Prognose deutlich. Aus diesem Grund bieten wir eine 24 Stunden Überwachung unserer Patienten in der Klinik an, um im Notfall rechtzeitig eingreifen zu können.