Tierklinik Maischeiderland

Zahngesundheit beim Pferd

Zahnbehandlungen sind heutzutage ein wichtiger Bestandteil der Pferdemedizin und können bei uns in der Klinik oder auch bei entsprechenden Bedingungen (s.u.) am Stall durchgeführt werden.

Maulhöhle und Zähne sind der Beginn des sehr langen Verdauungstraktes eines Pferdes und der Stellenwert der Zahngesundheit nimmt erfreulicherweise eine immer wichtigere Position in der Pferdemedizin und im Bewusstsein unserer PatientenbesitzerInnen ein.

Durch regelmäßige Kontrollen und Routinezahnbehandlungen können wir versuchen, anderen Erkrankungen (z.B. Kolik, Abmagerung, Nasennebenhöhlenentzündung durch eitrige Zahnwurzeln) vorzubeugen

Routinezahnbehandlungen

Einmal im Jahr empfehlen wir eine Untersuchung der Zähne und wenn nötig eine anschließende Zahnbehandlung.

Da Pferdezähne ein Leben lang nachwachsen, entstehen durch ungleichmäßige Kaubewegungen und unterschiedliches Futter unweigerlich scharfe Kanten an den Außenseiten der Backenzähne, die dort nicht abgenutzt werden und in regelmäßigen Abständen entfernt werden müssen.

Regelmäßige Zahnkontrollen tragen maßgeblich dazu bei, das Gebiss Ihres Pferdes gesund zu erhalten und auf Dauer auch Ihre Kosten zu minimieren.

Ablauf der jährlichen Zahnbehandlung

  • Unsere Pferdezahnärzte werden ihr Pferd vor der Behandlung eingehend auf äußere Symptome eines Zahnproblems hin untersuchen. Dies können zB schlechter Fütterungszustand, Auffälligkeiten an der Kaumuskulatur oder aber auch Probleme mit den Ohren sein.
  • Sollte sich dabei und nach einem ersten Blick in die Maulhöhle herausstellen, dass das Pferd eine Zahnbehandlung benötigt, wird es leicht sediert. Das erspart Ihrem Tier den Stress der Behandlung, die durch die elektrische Zahnraspel in seinem Maul unweigerlich entsteht und minimiert die Gefahr für die assistierenden Personen und den Tierarzt selbst.
  • Sobald das Pferd „schläft“ bekommt es ein sogenanntes Maulgatter übergezogen, mit dessen Hilfe man das Maul öffnen und arretieren kann. Nun ist die Behandlung mit Raspeln und Zahnfeilen problemlos möglich und der Tierarzt hat freie Sicht in die geöffnete Maulhöhle.
  • Eine solche Routinebehandlung ohne zusätzliche Eingriffe, wie zB die Extraktion einzelner Zähne, dauert ca 30-60 Minuten und ist für das Pferd auch mit Sedierung sehr risikoarm.
  • Nach der Behandlung sollten Sie Ihrem Tier erst wieder Futter zur Verfügung stellen, wenn es völlig wach ist. Sollte es auf einer Wiese oder in einer Herde stehen, dann bitte auch dafür die Wirkung der Sedierung abwarten und es gänzlich aufwachen lassen.
  • Am Tag der Behandlung sollten Sie Ihr Pferd nicht mehr reiten und in den darauffolgenden Tagen sein Fressverhalten beobachten. Es ist völlig normal, dass manche Pferde sich einige Tage an die veränderte Situation in ihrem Maul gewöhnen müssen und bisweilen ihr Futter ein paar Tage lang ausspucken oder es länger als üblich im Maul behalten.

Vorraussetzungen zur Routine-Zahnbehandlung an Ihrem Stall:

  • Es wird eine Möglichkeit benötigt, das „Dentalhalfter“ (die Kopf-Halterung des Pferdes) aufzuhängen. Hilfreich ist zB ein stabiler Balken oder auch die obere Begrenzung der Boxentür.
  • Strom muss vorhanden sein. Anders als beim Röntgen können wir bei den Zahnbehandlungen jedoch auch mit Aggregatstrom arbeiten.
  • Ein geschützter, beleuchteter Unterstand ist von Vorteil, damit auch bei Wind und Wetter gearbeitet werden kann.
  • Sauberes Wasser ca. 10l, am besten handwarm, sollte bereitgestellt werden.

Sollten einmal nicht alle diese Punkte erfüllt werden können, finden wir bestimmt trotzdem gemeinsam eine Lösung, um eine Routinezahnbehandlung bei Ihnen am Stall durchführen können.

Gerne können Sie aber auch für eine Zahnbehandlung zu uns in die Klinik kommen. Hier finden Sie optimale Bedingungen in einem hygienisch einwandfreien Umfeld vor und wir kümmern uns für Sie um alle anfallenden Handgriffe.

Melden Sie sich gerne für eine Terminabsprache bei uns!

Weiterführende Diagnostik und Zahnoperationen

Falls sich bei einer Routinebehandlung oder bei einem anderen Besuch eines Tierarztes herausstellt, dass eine weiterführende Diagnostik benötigt wird (z.B. Röntgen) um eine Zahnerkrankung festzustellen, können wir dies zum Teil vor Ort in Ihrem Stall, auf jeden Fall aber ambulant in unserer Klinik anbieten.

Mindestens 1x monatlich kommt Frau Dr. med. vet. Bernadette Immel, Pferdedentalpraktikerin nach IGFP e.v. und IAED, mit ihrem Team zu uns in die Klinik um schwierige Zahnextraktionen, Zahnbehandlungen und auch weiterführende Diagnostik im Bereich der Nasennebenhöhlen durchzuführen.

Für einen Kliniktermin mit Fr. Dr. Immel setzten Sie sich einfach telefonisch oder per Mail mit uns in Verbindung.